Your place, my place – Kopenhagen reloaded oder „Meet the Danes“ (Part 1)

Irgendwas ist da… mit mir und Dänemark, den Dänen und besonders Kopenhagen. Und war es auch irgendwie schon immer. Ob es an den endlosen Sommern der Kindheit an einsamen Nordseestränden liegt, an der beneidenswerten Leichtigkeit mit der manch Däne durchs Leben zu schreiten scheint, oder einfach an der Tatsache, dass die Dänen und ich eine gemeinsame Leidenschaft teilen: Kaffee!

Die Dichte an Cafés und Coffeeshops ist in keiner Stadt so dicht gesät wie Kopenhagen. Einmal am Morgen das Haus verlassen muss man garantiert nie mehr als 50 Meter hinter sich bringen um den ersten Wachmacher des Tages zu genießen. Und da reine Cafés ja auch irgendwie langweilig wären gibt es dazu auch noch die unzähligen Zwitter. „Möbel & Kaffee, „Dinge & Kaffee“, „Schuhe & Kaffee“… nichts geht ohne und so findet man neben den kreativsten Wortschöpfungen, den urigsten Cafés und kultigten Coffee-Bikes auch einfach in unschlagbarer Direktheit bei einem Streif durch Vesterbro einen meiner Favoriten mit dem wunderbaren Namen „Koffein“ – Willkommen in Kopenhagen – once again!


Wann immer ich kann treibt es mich in diese Stadt. Und ganz ehrlich, ich schließe einen Umzug in den nächsten Jahren definitiv nicht aus… wir werden sehen. Dieses Mal habe ich im Vorfeld all meine Kopenhagener Freunde gebeten mir ein paar ihrer ganz persönlichen Lieblingsorte zu nennen und zu zeigen, die ich garantiert noch nicht kenne. Fernab aller Touri Klischees! So, lets meet the Danes!


Überhaupt… neue Menschen kennenlernen funktioniert bei mir seit Jahren auch immer wieder durch die Wahl meiner Unterkunft. Frei nach dem Motto „Zuhause bei Freunden“ bin ich begeisterter Airbnb Nutzer. Nichts macht für mich mehr Sinn als in einem fremden Land, in einer fremden Stadt komplett in das Gefühl des jeweiligen Ortes einzutauchen indem ich mich privat einquartiere. Mal eine Wohnung ganz für mich, mal auch nur ein kleines Zimmer. Garantiert ist dadurch immer diese ganz besondere Portion einheimisches Lebensgefühl, was einfach kein Hotelzimmer leisten kann.

Dieses Mal habe ich mich bei Sören und Karen einquartiert. Beide sind zum Hundesitten des mütterlichen Setters für ein paar Wochen ausgezogen und so entpacke jetzt ich für eine ganze Woche meine Habseligkeiten in ihrem wunderschönen 2 Zimmer Appartement im pulsierenden Vesterbro – definitiv zurzeit mein absolutes Lieblingsviertel. Und ihr Appartement beweist mir wieder einmal aufs Neue, dass die Dänen das Stilgefühl wahrscheinlich schon mit der Muttermilch eingetrichtert bekommen haben. Es ist hell, reduziert ohne auch nur ansatzweise kühl zu wirken, Alt trifft auf Designklassiker und Schnickschnack ist, wenn überhaupt nur sehr reduziert zu finden. Ach könnte ich mich nur so „gewählt“ auf einige besondere Stücke konzentrieren. Aber leider leider scheitert jeder Versuch des Entmistens bei mir oft schon in den Ansätzen. Nun ja, jetzt genieße ich erstmal mein neues Zuhause auf Zeit und bin auf Anhieb daheim.

Nur 50 Meter entfernt beginnt „Kodbyen“, der Kopenhagener Meatpacking District. Es ist nicht allzu lange her da war dieses Viertel, welches gleich auf der Rückseite des Hauptbahnhofes beginnt, eher etwas zwielichtig. Typisch Bahnhofsviertel halt. Mittlerweile ist Vesterbro einer der spannendsten und vibrierensten Stadtteile für mich, und Kodbyen das heimliche Herz.

Hier entstehen fast täglich neue Restaurants und Bars. In Teilen der Gebäude warten spannende Galerien und sobald die Sonne scheint ist jedes Plätzchen – selbst die Bordsteinkanten – hart umkämpftes Terrain. Ich liebe diese Energie. Und so treibt es mich an meinem ersten Abend auch gleich zu „Mother“ mitten in Kodbyen, um mich mit einer der besten Pizzen der Stadt zu stärken. Ja, so kann es losgehen.

Am nächsten Tag treffe ich Ewelina. Polnische Wahl-Kopenhagenerin, verheiratet mit Ur Däne Michael und das beste Beispiel dafür, dass aus einem Airbnb zuhause auf Zeit Freundschaften auf Dauer entstehen können. Ewelina und Michael waren mit meine ersten Kopenhagener Hosts und ich habe nach dem ersten Mal noch viele weitere Male ihr gemütliches Gästezimmer bezogen. Ihr Appartement liegt direkt am Wasser in einem der neuen, hochmodernen und architektonisch besonderen Viertel entlang des Hafens. Havneholm liegt nur eine S-Bahn-Station vom HBF entfernt und vom meinem Balkon hatte ich immer direkten Blick auf Wasser – traumhaft. Ich habe mit ihnen schon manchen Wein bei Sonnenuntergang genossen und mit Michaels Sohn Pokémons durch Kopenhagen gejagt. Heute begebe ich mich in Ewelinas Hände um ihre derzeitigen Lieblingsspots mit ihr zu erkunden. Und wie könnte es anders sein? Beim ersten handelt es sich natürlich um… Kaffee!

Ewelinas neuer Kaffee-Lieblingsspot liegt im wahrsten Sinne nur „ums Eck“ vor Anker. Am Ende von Havneholm hat vor einigen Monaten „Kahyt & Kaffe“ seine Luken geöffnet und versorgt seitdem die Nachbarschaft mit großartigem Kaffee und kleinen Leckereien. Von donnerstags bis sonntags kann man es sich hier an Deck gut gehen lassen und sich bei schlechtem Wetter in die 2 gemütlichen Kojen zurück ziehen -das wird kuschelig! Aber kuschelig ist durchaus gewollt und findet großen Anklang. So ist nicht nur der Bootseigene Strandkorb kurzerhand zur „Kyssejollen“ umfunktioniert worden, sondern „Kahyt & Kaffe“ schon jetzt, wenige Monate nach der Eröffnung, im Rennen zur Wahl des beliebtesten Cafés Kopenhagens. Ich kann es sehr gut verstehen!!!

Weiter geht’s für uns mit dem Rad Richtung Kodbyen. Und hier, so muss ich feststellen, gibt es doch tatsächlich Plätzchen die ich noch nicht entdeckt habe! So unser nächstes Ziel, der urige Biergarten „Fermentoren“. Im Inneren erwartet einen eine Armada aus Zapfhähnen und ich habe das Gefühl, hier gibt es nichts was es nicht gibt. Und wenn man nicht genau weiß welches Hefegebräu als nächstes den Weg ins eigene Glas schaffen soll, so kann man sich munter durch alle Sorten testen. Schlückchen um Schlückchen wird gereicht… so lange bis man den nächsten Favoriten gefunden hat. Herrlich!

Wir setzen uns bei traumhaften Wetter natürlich in den kleinen Biergarten und verquatschen uns komplett. Als dann auch noch Michael zu uns stößt sind sämtliche Pläne für den weiteren Abend gestrichen. Egal, ich habe ja noch ein paar Tage… dazu später mehr….

deine nova

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8 thoughts on “Your place, my place – Kopenhagen reloaded oder „Meet the Danes“ (Part 1)

  1. Hey Nova,
    lieben Dank für deine Eindrücke aus Kopenhagen. Man fühlt sich beim lesen schon (fast) mittendrin 🙂
    Dieses Jahr mache ich meinen ersten Dänemark Urlaub – und das mit fast 50!! Sicherlich werden wir die „must haves“ besuchen, aber den dänischen Way of live lernt man dort sicher nicht kennen. Schon deshalb werde ich jeden weiteren Part von dir einsaugen – vieleicht erwische ich dich ja in einem der cooöen Kaffe´s ;).
    Bin gespannt auf Part 2, die Dänen… und Däninnen!
    Liebe Grüße aus Berlin,
    Torsten

    1. Ja 🙂 Der Tivoli liegt noch immer im Herzen der Innenstadt gleich neben dem HBF und ist nach wie vor beliebt um dich die Wochenenden und Sommerabende zu vertreiben. Aber auch BAKKEN ist einen Besuch wert! Dazu mehr in Part 2 😉

  2. Nova…Hammer…wieder ein Klasse Reisebericht mit sehr viel Herzblut geschrieben…das ist genau das was Du am besten kannst…weil man sich alles sofort vorstellen kann, wie Du es siehst…Du bist eine tolle Moderatorin und Schauspielerin…aber Dein erstes richtiges Buch …Reiseberichte mit Fotos (von Dir aufgenommen )wäre sofort meins…höre nicht auf zu schreiben LG aus DU Klaus

    1. Ich freu mich dass du die Reiseberichte so gerne liest Klaus! Und wer weiß, irgendwann dann vielleicht Weltreise mit dem Laptop unter dem Arm 😉

  3. Hallo Nova:)

    Ich war auch vor ein paar Jahren mit meinem Mann in Kopenhagen.
    Er war geschäftlich da, und ich konnte drei Tage die schöne Stadt
    geniessen. Da ich aus der Schweiz komme, haben mich die hohen Preise nicht
    erschreckt;-)

    Als ich Dich zum ersten Mal im TV sah, dachte ich mir, Nova kommt sicher aus Skandinavien, und deshalb wundere ich mich nicht darüber, dass es Dich in das schöne Land zieht.

    Liebe Grüsse sendet Dir

    Agnès-Orianne

    1. Ja.. ganz ehrlich, ich fühle mich auch halb Dänisch irgendwie. Habe alle sommer meiner Kindheit dort verbracht und bin auch jetzt ständig „oben“. Du hast recht, Skandinavien ist recht teuer. Aber mit ein paar Kniffen kann man einige Kostenfallen umschiffen. Einige Sachen sind sogar direkt günstig.. zB Fahrrad leihen 😉 – dazu dann mehr in Part 2!

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