Sind wir Träumer oder Macher?… auf eine Tasse Kaffee mit meiner Mutter

*Werbung* Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Man schwelgt in Erinnerungen, blickt zurück… auf das Jahr, auf die Wünsche die man hatte, auf das was wahr wurde und das was (noch) ausblieb. Aber hast du schon mal weiter zurückgeschaut? Auf deine Lebensträume? Und darauf, wie weit du dich von ihnen entfernt hast oder wie nah du vielleicht dran bist? Ich habe es getan. Bei einer Tasse Kaffee, zusammen mit meiner Mutter. Und zurückgeschaut. Ein Gespräch über Träume, Wünsche und auf der Suche nach der Frage, ob wir beide Träumer oder doch Macher sind.

Meine Mutter und ich haben uns schon immer gerne Zeit genommen einfach zu reden. Über uns, die Welt, was uns bewegt, antreibt oder auch bremst. Und meistens steht dabei eine große Tasse Kaffee vor uns. Irgendwie ist das ein Ritual, dass ich bis heute verinnerlicht habe. Irgendwoher muss ja mein Koffein Hieper kommen 😉 Diesmal war die von Jacobs Kaffee ins Leben gerufene Kampagne „Wecke deine Träume“ und die damit verbundene Studie zum Thema „Lebensträume“ unser Anstoß uns zusammen zu setzen, um über unsere Träume zu reden.

Wovon träumen wir?

Wovon träumen die Deutschen? Laut der von Jacobs in Auftrag gegebenen Ipsos-Operations-Studie steht bei der Generation meiner Mutter, den „Boomers“ die Gesundheit und Zufriedenheit an erster Stelle. Und nach einem harten Jahr das hinter uns allen liegt kann ich sagen, ja, Gesundheit ist wirklich die Basis von allem – ohne Gesundheit ist es schwer sich seine Träume zu erfüllen.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!

Als Teenager hatte meine Mutter zwei große Träume. Der eine war das Abitur zu machen und Medizin zu studieren. Ihr größter Wunsch war es Kinderärztin zu werden. Dieser Traum sollte sich für sie leider nicht erfüllen. Mit Wehmut schaut sie auf damals zurück, als Bildung für Mädchen noch als verschwendet galt. Nach der 8 Klasse musste sie die Schule trotz fabelhafter Noten verlassen. Sie war 14. Auf eigene Faust ihren Traum zu verwirklichen war aufgrund von Geldmangel nicht möglich und ihr Vater hätte sie gerne in einer sicheren Stelle im Büro gesehen. Also begann sie eine Fortbildung auf einer Erzieherinnenschule. Ein damals kleiner Sieg über ihren Vater der sie gerne in einem Büro gesehen hätte – für ihn als Bergmann wäre das eine angesehene und sichere Anstellung für seine Tochter gewesen. Für meine Mutter, die lernen wollte, und die Hoffnung auf spätere Weiterbildung noch nicht aufgegeben hatte, wäre es ein Albtraum gewesen. Und so steht sie für die Mehrheit der Deutschen die der Meinung sind, dass sich durch genügend Einsatz jeder seinen Lebenstraum erfüllen kann. Jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

Ich denke nach. Mein großer Traum als Jugendliche war es erfolgreich zu sein. In der Werbung. Ich wusste schon mit 14, dass ich gerne kreativ arbeiten möchte, Kampagnen entwerfen möchte, Ideen spinnen möchte und meinen Kopf jeden Tag auf neue Themen und Aufgaben schmeißen möchte. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mir jedes Jahr das Werbejahrbuch zu Weihnachten schenken lassen – mit 140 Mark viel zu teuer für den eigenen Geldbeutel. Ich wollte ins Ausland, studieren und danach in einer der Top Agenturen arbeiten. Und so ging ich in die USA, studierte und machte über Jahre ein Praktikum nach dem anderen (und einen Gelegenheitsjob nach dem anderen um das alles zu finanzieren) bis ich endlich in der damaligen Top Agentur angenommen wurde. Meine Mutter sagt heute, dass es ihr unfassbar wichtig war ihre Kinder immer darin zu bestärken ihren Weg zu gehen, weil sie ihren damals nicht gehen durfte. Und das tat sie.

Auch gab sie bis heute nicht auf. Sie machte ihre mittlerer Reife nach, legte die damals noch übliche Begabtenprüfung ab um doch noch die Zugangserlaubnis zur Fachhochschule zu erlangen (was sie aus privaten Gründen dann doch nicht umsetzte) und noch vor wenigen Jahren schrieb sie sich in der VHS ein um endlich Englisch zu lernen. Für sie die Voraussetzung ihre anderen Träume möglich zu machen, die Welt zu sehen!

Sind wir Träumer oder Macher?

Ich glaube wir zwei sind schon eher Macher. Oder Träumer die dann auch „machen“? Frauen sind laut Studie jedenfalls beim „machen“ deutlich ambitionierter als Männer: Knapp jede Dritte hat sich schon mehrere Träume erfüllt, jedoch nur jeder fünfte Mann. Woran das bloß liegt? Fragt man die Deutschen was es braucht um seine Träume zu verwirklichen, so liegen Mut und Ehrgeiz an erster Stelle. Und bei den Älteren auch das Glück. Wie sagt man so schön: von nichts kommt nichts. Ja, da stimme ich zu. Doch ohne Glück bleiben viele Träume auch Schäume.

Der zweite große Teenager Traum meiner Mutter war es ein Schwimmstar zu werden. Auch wenn sie einsehen musste, dass 15 ein dann doch „zu reifes“ Alter zur Verwirklichung ihres Traumes war, so kam hier das Glück ins Spiel. Im Schwimmverein lernte sie meinen Vater kennen. Sie war 15, er 16. Und so ging ihr größter Lebenstraum in Erfüllung: zu heiraten, ein Haus zu bauen, viele Kinder zu haben und gemeinsam alt zu werden. Ok, ihrer Meinung nach hätten es sieben Kinder sein können und mein Vater bekam nach vier von uns schon weiche Knie, aber immerhin. 😉 Leider ging der letzte Teil des großen Traums nicht in Erfüllung… denn auch das Schicksal hat leider noch seinen Anteil an unserem Leben, egal wie wir uns anstrengen. Aber alles in allem haben hier Ehrgeiz, Mut und Glück wunderbar Hand in Hand gearbeitet.

Manchmal braucht es auch das Glück…

Und mein Traum? Mein Ehrgeiz und Mut führten mich beruflich genau dorthin wo ich seit ich ein Teenager war sein wollte. In DIE Top Werbeagentur Deutschlands. Und wäre dann nicht das Glück ins Spiel gekommen, würde ich sicher heute noch auf diesem Pfad gehen. Doch das Glück (oder der Zufall?) führte mich an einem verregneten Tag an die Uni, vor das schwarze Brett, an dem ein Zettel hing „Moderatorin gesucht für Jugendmagazin“… ab hier kam dann wieder der Mut ins Spiel… noch einmal neu anzufangen, seinen ersten Lebenstraum gehen zu lassen, noch mal ganz neu ins kalte Wasser zu springen.

Schon erstaunlich finde ich, dass rund 90% aller Deutschen angeben, sich ihren Lebenstraum noch nicht erfüllt zu haben. Aber immerhin: Jeder Fünfte ist sich sicher, dass er sich seinen bzw. einen weiteren Lebenstraum in Zukunft noch erfüllen wird. Manchmal braucht es also nur einen kleinen Anstoß um den Mut aufzubringen seinen Träumen Raum zu geben, sie anzugehen, sie zu wecken.

Wecke deine Träume!

Und das kann ein gutes Gespräch bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee sein.

Ob noch Träume übrig sind? Wenn es nach meiner Mutter geht steht eine Reise nach Neuseeland ganz oben auf der Liste der unerfüllten Träume. Reisen, eigentlich ein Traum der bei den ganz Jungen laut Studie ganz oben steht. Was für mich aber auch zeigt, solange du nicht aufhörst zu träumen, hast du ein Ziel. Und wie ich meine Mutter kenne, mit ihrem Mut und etwas Glück, das schafft sie schon 🙂

Erzählst du mir von deinen Träumen?

Deine nova

 

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10 thoughts on “Sind wir Träumer oder Macher?… auf eine Tasse Kaffee mit meiner Mutter

  1. Holla Nova, mein Lebenstraum war ein Meister des Lebens zu sein. Was bedeutet das? Das Leben zu verstehen und zu meistern. Das braucht etwas Erleuchtung, die mit dem Seele zu tun hat. Denn Arbeiten, Spaß haben, vielleicht Kinder haben. alles ist nur die Illusion des Lebens,sagten die Buddhisten. denn „Das Leben“ in einer Augenblick ist schon vorbei..und danach??, alles Materiellen, die du in diesem Leben erarbeitet hast, kannst du nicht mitnehmen. Was kannst du mitnehmen,dann deine hohe Bewusstsein, die Liebe, die du in deinem Herzen sprudelt. Liebe für dich selber und alle Lebenswesen. Alle deine Ereignis in deiner Leben haben deine Seele gefärbt. Diese Art zu lernen endet nicht, immer gibt es eine Stufe noch zu erreichen. Aber ich kann dir sagen, ich bin zufrieden, denn alle wichtige Ereignisse in meinen Leben gemeistert habe und verstanden habe. Es war und es ist für mich eine große Ehre alles Erlebt zu haben.

  2. Es ist schön wenn man noch Träume hat. Nur manchmal ist man auf die Hilfe anderer angewiesen. Ich habe alles für mich mögliche getan und muss mich nun auf andere verlassen. Und genau da ist der Punkt an dem man nicht weiter kommt, weil einem keiner helfen will. In meinem Fall der Traumjob. Studium, Praktika und gute Referenzen sind vorhanden, nur eben will ein keiner haben. Und alles im stillen Kämmerlein für sich allein und Privat zu machen macht einen nicht wirklich glücklich.
    Daher kann man jeden nur beneiden der seine Träume ausleben kann, sei es Gesundheitlich, familiär, privat oder wie in meinem Fall beruflich.

  3. Hallo Nova…als heikel meinte ich nicht das Thema…Träume an sich, sondern das es vielleicht nicht jedem gegeben ist über Träume, manchmal sogar über Gefühle öffentlich zu Reden oder gar zu schreiben…Ich würde natürlich einem Gespräch mit meiner Partnerin, oder eben mit einem Familien-Mitglied nicht aus dem Weg gehen…aber bei „Freunden“ würde ich aufpassen, wieviel ich preisgebe…es sei denn ich wäre mir ganz sicher. LG aus DU Klaus

  4. Liebe Nova ,schön was Du hier aufschreibst und Du solche Gespräche noch führen kannst .Ich hatte ja mich auch schon etwas aus Deiner Biografie gelesen und mich für Deine Schicksalsschläge interessiert ,nicht aus Neugier aber weil ich Dich schon seit der Krankenhaus Serie mag. Damals ging es mir gerade gesundheitlich sehr schlecht aber nach langer Zeit hat sich alles wieder zum Guten gewandt und ich bin daraus gestärkt hervorgegangen u . verstehe heute Leute, welche unter dieser Krankheit leiden viel besser.
    In meiner Kindheit,welche sehr schön auf dem Land war,konnte ich mindestens zweimal dem Tod erinnen .Nicht wohl ganz unschuldig der liebe Gott aber auch fremde Menschen,welche einfach im entscheiden Moment eingriffen und mir das Leben retteten .Einmal sind unsere Pferde durchgegangen und ich saß als Dreijähriger auf dem Ackerwagen( dieser war nacher kurz u. klein ) und beim Baden bin ich etwa im selben Alter von der Strömung in einem Fluß mitgerissen worden.
    Mein späteres Leben lief dann wie ein Film ab .Ich war immer der Meinung, es wird alles aufgezeichnet ,jeder Schritt jede Bewegung ,jedes Wort und verhielt mich dann oft bewust so .
    Da mir die DDR Politik einen Strich durch die Rechnung machte Träume zu verwirklichen und selbst Abi trotz sehr guter Noten und Sprachbegabung nicht möglich war. Wurde ich dann Handwerker , hatte meinen Bruder als Vorbild.
    Nach der Wende öffneten sich nun plötzlich neue Türen für mich .Ich durfte plötzlich für verschiedene Medien schreiben, meine Fotos veröffentlichen ( vielleicht war ja das der Dank, das ich den Herbst „89“ auf der Straße verbrachte ,Montagsdemos ) Als Stonesfan war ich ja auch der “ Street fighting man “ .Un nun in meinem neuen Lebensabschnitt wurde einer meiner Kindheitsträume vom Film sogar noch wirklich wahr . Es war nicht zum ersten Mal ,zur richtigen Zeit die richtigen Leute treffen aber etwas Mut gehörte natürlich auch dazu. Wenn ich zurückschaue hatte ich eine glückliche Kindheit ,später eine Midlife Krise und nun einem schönem Happy End . Träume gibt es aber noch immer.

  5. Aus Träumen werde Ziele. Es ist eine Erfüllung seine Ziele zu erreichen. Mir fallen im Rückblick aber sehr viele Träume und Ziele ein, die ich nicht erreicht habe. Ich habe Anderes erreicht und ich habe mehr erreicht, als ich mir hätte träumen lassen, da mir meine Träume, Ziele oder fixen Ideen nicht im Weg standen. Ich habe sie schnell über Bord geworfen oder ausgetauscht. Glück muss man haben oder man muss glücklich sein…. Beides sehr eng verwandt. Ach ja, lesenswerter Beitrat im Loft…

  6. Hallo Nova,
    lieben Dank das du uns an diesem familiären Ritual teilhaben lässt.In jeder Zeile erkenne ich eure wundervoll innige Verbindung und 2 starke Frauen,die das Leben annehmen,genießen,nicht aufgeben und für ihre Träume kämpfen! Behaltet euch dieses liebevolle Ritual und den Austausch bei! Ich wünsche euch beiden besinnliche Weihnachtstage und das 2018 euch bei bester Gesundheit viele Möglichkeiten schenkt,um eure kleinen und großen Träume zu leben!

  7. Hallo Nova…Jetzt kurz vor Weihnachten haust du noch ein heikles und brisantes Thema raus…natürlich kann in einem kleinen,intimen Gespräch mit seiner Mutter ein Thema über erfüllte und weniger erfüllte Träume großartig sein…aber es kann auch sein, das ein Satz wie Lebe deine Träume nicht immer zielführend ist…weil gewaltige persönliche Umstände dies verhindern.Aber was soll es…Ich denke das Träume tatsächlich nicht in die Öffentlichkeit gehören…ich weiß das du sicher anders darüber denkst…es würde mich auch sehr interessieren warum…Trotzdem…wünsche ich dir und deiner Mutter,,,deiner gesamten Familie ein besinnliches Weihnachtsfest…LG aus DU

    1. Mich verwundert dass du das nachdenken über Träume als etwas heikles siehst. Ich mag den Austausch mit anderen über genau solche Themen sehr. Über Träume, Wünsche und auch Bitten die wir an unser Leben haben. Und auch, ob wir schon da sind oder noch hoffen hin zu kommen.. oder ob wir vielleicht gar nicht mehr hinwollen.

  8. Wenn mich jemand fragt, was ich so mache, sag ich immer: Ich kann sehr gut Geige spielen. Ich habe nämlich alles vergeigt, was man in einem klassischen Lebenswerdegang vergeigen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich nie wirklich große Wünsche und Ziele hatte. Aber eine Sache hat mich seit frühster Kindheit begleitet, die Faszination des Lebens. Und so habe ich früh damit angefangen meine Sinne auf dieses Wunder zu konzentrieren. Mein erster großer Erfolg war eine Romanze mit einer Pflanze. Seit dem wusste ich, dass ich auf dem richtige Weg bin. Das ist jetzt fast 30 Jahre her, was glaubst du, was jetzt ist? 😀

    1. Ich finde es eigentlich etwas wunderbares seine Sinne für das Leben zu schärfen. Aber natürlich würde mich interessieren: was kam nach der Pflanze? 😉

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