Kleines Bad ganz groß …Selbst ist die Frau!

Einige von euch kennen das schon bei mir. Alle paar Wochen habe ich dieses Kribbeln in den Fingern, diese innere Unruhe, dieses Gefühl, irgendetwas müsse sich ändern – vorzugsweise in meiner Wohnung. Und was soll ich sagen: Es war mal wieder soweit! Dass eine Badsanierung aber nicht mal eben „neu streichen“ ist, wusste ich zwar vorher… aber irgendwie hatte ich es vergessen…

Ich bin der klassische Altbau Typ! Ich liebe hohe Decken, Stuck, alte Holzböden und alles was dazugehört. Patina halt! Den Kompromiss den man dann leider eingehen muss ist ein kleines, meist fensterloses Bad. Ich schiebe es darauf, dass die Mädels einfach damals sehr viel weniger Kram unterzubringen hatten. Nun gut, so ist es halt, Challenge akzeptiert!

Bei meinem Einzug vor ungefähr 10 Jahren war dieses Mini Bad allerdings alles andere als charming. Weiß geflieste Krankenhaus Zelle trifft es eher. Meine erste gute Tat damals war, alles an Fliesen raus zu klopfen was sich mir in den Weg stellte. Im nächsten Schritt habe ich dann nur noch dort wo es unbedingt nötig war neu gefliest und den Rest des Bades glatt verputzt und schön gestrichen, um so eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen. Ist auch gelungen! Nur jetzt, all die Jahre später, nagte der Zahn der Zeit an Waschbecken, Heizung, Farbe und eigentlich allem. Überdies wollte ich jetzt einfach alle Fliesen loswerden. Der Traum vom fugenlosen Bad! Denn je weniger Fugen und Linien, desto großzügiger wirkt der Raum. So kann man auch im kleinsten Altbau Bad etwas Größe zaubern. Gesagt getan!

Machen wir uns nichts vor, ich liebe Handwerken! Und ich mache auch FAST alles selbst – und was ich nicht kann, bringe ich mir bei. Aber einige Sachen sollte man dem Fachmann überlassen. Ich bin seit vielen Jahren in diesem Punkt Fan der Plattform „My Hammer“. Egal für welchen Bereich, hier finde ich den richtigen Mann (oder Frau) für mein Vorhaben. Das Schöne ist, ich kann in meiner Anzeige genau beschreiben was ich brauche und dann auf Angebote von qualifizierten Fachleuten warten. Und während manchmal einfach eine ungelernte helfende Hand reicht, war mir diesmal wichtig, dass derjenige seinen Job beherrscht. Und zwar meisterlich.

Und so fand ich über „My Hammer“ sehr schnell einen Fachbetrieb der auf fugenlose Bäder spezialisiert war. Wichtig war mir, dass er mit Kalkputz Erfahrung hatte und mit dem überputzen von Fliesenflächen. Denn wer einmal Fliesen rausgekloppt hat weiß, das ist DRECK! Und zwar endlos viel DRECK! Nein, das wollte ich diesmal vermeiden! Und nachdem ich mein Perfect Match gefunden hatte, wir eine erste Vor-Ort-Besichtigung hinter uns gebracht hatten, und wir uns auf absolutes Team Work geeinigt hatten (er den Putz, ich den Rest), konnte es losgehen!

Im ersten Schritt habe ich leergeräumt. Alles musste raus! Einrichtung, Regale, Sanitäranlagen (Wasser abdrehen und Anschlüsse abdichten nicht vergessen) und einfach alles was stand, hing oder rumlag. Meine Badmöbel habe ich bei der ersten Sanierung vor ein paar Jahren aus Küchenarbeitsplatten selbst gebaut – und fest eingebaut. Nichts passte damals so wirklich in mein Mini Bad. Also blieb nur selbst bauen! Auch hier war aber klar, um eine neue Lackierung würde ich nicht drumherum kommen. Und ich sag euch eins, ist erstmal alles raus sieht man erst mal so richtig wie dringend nötig diese Renovierung war. Was aber mit diesem leeren, kargen, kleinen Raum vor mir auch begann war die Zeit des fremd Duschens. Zwei Wochen mit Shampoo unterm Arm durch den Hausflur tapern zu Nachbarn und Freunden… kein Spaß!

Am nächsten Tag stand pünktlich in der Früh mein MyHammer-Handwerker meiner Wahl vor der Tür – ein absoluter Spezialist in Sachen fugenloses Bad und Kalkputz – das war mir wichtig. Wir würden in den nächsten zwei Wochen sehr viel Zeit miteinander verbringen – da half enorm dass er ein echt dufter Typ war!

Im ersten Schritt schleifte er meine vorhandenen Fliesen ab, baute die Wand dort wo sie nicht gefliest war auf um eine Ebene zu erhalten, und grundierte die gesamte zu verputzende Fläche. Hier konnte ich wenig helfen, aber es gab uns Zeit einen Schlachtplan zu entwickeln wann ich was angehen konnte. Denn die Koordination der einzelnen Arbeitsschritte ist bei Teamwork einfach das A und O. Da für mich als nächstes die neue, farbige Wandgestaltung anstand hieß es Abkleben! Und weißt du was? Ich hasse abkleben!!! Es dauert ewig und drei Tage und irgendwie hat man danach doch kein Ergebnis außer dass alles mit Klebeband verunstaltet ist. Ich liebe einfach handfeste Sachen bei denen ich das Gefühl habe hinterher einen großen Schritt weiter zu sein. Nun ja… ok… also klebte ich nachdem mein Handwerker am Abend gegangen war hingebungsvoll schon mal alles ab, was nicht in seinen Arbeitsbereich fiel.

Im nächsten Schritt stand das Verputzen an. Vorher haben wir uns noch entschlossen mein selbstgebautes in die Wand eingelassenes Regal am Kopfende der Wanne (auch so eine Idee von mir um möglichst viel Stauraum auf kleinstem Platz zu erlangen) um ein paar Regalböden zu erleichtern. Einfach damit er mit der Putzkelle auch in alle Ecken kommt. Die einzelnen Putzschichten von grob bis fein mussten natürlich immer durchtrocknen, was dieses Unterfangen zu einer doch recht langwierigen Angelegenheit machte.

Zeit für mich, schon mal die Decke zu streichen. Denn niemand will weiße Farbspritzer auf der neuen Kalkputzfläche! Habe mir dafür extra diesmal eine Teleskopstange zugelegt um mir keine Wirbel Verknacksung zuzulegen – nun ja… trotzdem wirklich nicht meine Lieblingsaufgabe. Danach ging es brav mit Shampoo unterm Arm wieder quer durchs Treppenhaus zu meiner Nachbarin um die weiße Farbe aus den Haaren und Poren zu bekommen. Und bei meinem Glück treffe ich natürlich auf dem Weg zurück als triefender Pudel meine halbe Nachbarschaft… ja, ja, ohne Bad ist das mit der Würde so eine Sache.

Nach ungefähr einer Woche ist der Putz in all seinen Schritten aufgetragen und durchgetrocknet. Für mich die Gelegenheit die Wände in ein zartes Grau zu tauchen und alles für die Montage der neuen Heizung vorzubereiten. Und ehrlich? So langsam konnte ich echt keine Farbe mehr sehen! Weder im Topf, noch an der Wand, an den Pinseln, auf dem Boden oder an meinen Fingern…

Außerdem begann die Phase der Imprägnierung. Auch hier hatten wir Teamwork vereinbart und so hopste ich 4 Tage, dreimal täglich mit Lappen und Sprühflasche durch mein kleines Feuchtbiotop um die neue Kalkputzfläche liebevoll zu imprägnieren, bis keine Flüssigkeit mehr aufgenommen wurde. Erst dann konnte die letzte Wachsschicht von meinem Fachmann aufgetragen werden. Ich nutze die Zeit um alle Badmöbel neu zu lackieren und meine Armaturen auf Vordermann zu bringen bevor sie wieder montiert würden. Wichtig vor dem lackieren: Alle Flächen mit Schmirgelpapier anrauen! Was soll ich sagen, sieht aus wie neu!

Am letzten Tag unserer gemeinsamen zwei Wochen gesellt sich noch ein Sanitärfachmann zu uns um die neue Heizung anzuschließen, das Waschbecken zu montieren und auch meine Armaturen wieder an Ort und Stelle zu befördern. Die neue verputzte Fläche strahlt mir mit all ihren natürlichen Unebenheiten entgegen, die Wände wirken wie frisch hochgezogen, die neue Heizung glänzt mit meinen Augen um die Wette und ich schaue zufrieden auf mein kleines altes, neues Juwel.

Und exakt zwei Minuten nachdem meine Handwerker die Wohnung verlassen haben drehe ich den Wasserhahn und die Musik auf und verschwinde für ungezählte Minuten in meiner neuen Dusche. Kein Duschtourismus mehr, keine peinlichen Treppenhausbegegnungen mehr, kein Zähneputzen an der Küchenspüle mehr! Ein eigenes Bad kann so glücklich machen – auf viele schöne Jahre mit dir!

…und bis zum nächsten Umbau… deine (sehr glückliche) nova

Dieser Blogpost entstand in Kooperation mit MyHammer

 

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5 thoughts on “Kleines Bad ganz groß …Selbst ist die Frau!

  1. Würde mir nicht mal im Traum einfallen, eine Wohnung zu renovieren. Alte Tapeten und Fliesen, abgewetzter Dielenboden, und möglichst noch eine große Stelle in der Wohnzimmerwand, wo der Putz bis auf das Mauerwerk abgefallen ist. So ne richtig urige Großeltern-Wohnung, nur eben mit Designer-Möbeln – Kontraste Und gut ausgeleuchtet muss es sein

  2. Wow Nova…wieder ein klasse Bericht…was man auf den Fotos nicht sehen kann sind die Unmengen von Dreck die beim abschlagen der Fliesen anfallen, die man aber beim Lesen beinahe spüren kann. Also Glückwunsch zum neuen Bad und das du vor lauter Verzweiflung nicht aufgegeben hast. Eigentlich auch ein Kompliment an deine Nachbarn…nicht jeder lädt Leute zum Duschen ein. LG aus DU Klaus

  3. Liebe Novo,

    Ein tolles Bad hast dir mit deinen Helfer gezaubert.
    Das Frauentspricht gern basteln und Dekoration ist mir bekannt aber Handwerken ist mir mir neu. Aber man lernt ja als Mann immer wieder dazu. Ganz tolle Arbeit und Kompliment Latzhose steht dir genau sogut wie Abendkleid. LG Sven

  4. Liebe Nova 🙂

    Du bist eine sehr selbständige fleissige Frau – Ich gratuliere Dir zu Deiner geschafften Arbeit, viel Freude mit dem Bad!

    xx

    Agnès-Orianne W.

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