Indien, wir kommen!

Indien macht was mit Dir“ – der wohl meist gehörte Satz im letzten Jahr, sobald wir unsere Reisepläne mit ehemaligen Indienreisenden teilten. „Was es macht, ist sehr, sehr verschieden…“
Nun, die Gründe Indien zu bereisen sind ebenfalls so verschieden und zahlreich wie die Farben dieses faszinierenden Landes: Interesse an Land und Leuten, die Suche nach sich selbst, eintauchen in die Welt des Aryuveda, Glieder strecken und recken beim ausgiebigen Yoga oder schlicht und einfach die reine Abenteuerlust. Was es bei uns  – meiner Freundin Marta Jandova und mir – letztendlich war, das uns zu dieser Reise angetrieben hat lässt sich im Nachhinein gar nicht mehr eindeutig festmachen–wahrscheinlich war es die Mischung–von allem ein bisschen. Aber in erster Linie die unbändige Neugier auf ein Land von dem wir beide so gut wie gar nichts wussten. In der Nacht als wir todmüde und aufgekratzt zugleich den Flieger in Mumbai verließen lagen ein halbes Jahr Planung, unzählige Stunden im Internet und vier zentnerschwere Reiseführer hinter uns – es konnte los gehen!

Mumbai erwacht erst in der Nacht zum leben, so sagt ein indisches Sprichwort. Nun, über die Tage in dieser pulsierenden 18 Millionen Einwohner Metropole konnten wir jetzt – um halb zwei am Morgen freilich noch nicht viel sagen – aber wach, das war die Stadt in der Tat. Heilloses Gewusel am Flughafen und Taxifahrer die um die Gunst der Reisenden buhlen. Auf den Straßen herrschte um diese Uhrzeit mehr Betrieb als in Berlin zur Mittagszeit – übervolle Rikschas, Mopeds mit bis zu 4 Leuten heillos überbesetzt, hell erleuchtete Hütten und Verschläge rechts und links der Fahrbahn in denen verkauft, repariert und gehandelt wurde. Dazu ein ohrenbetäubender Teppich aus Auto-, Motorrad uns sonstigen Hupen gepaart mit einem schweren Geruch der selbst durch die geschlossenen Fenster nach innen drang. Ja, sämtliche Sinne werden in Indien von der ersten Minute an aufs äußerste gefordert.  Und das im absolut negativsten so wie auch positivsten Sinn. Prozessionen von Menschen ziehen an uns vorbei – Hunderte, jeden Alters, barfuss, unterwegs auf Mumbais Strassen. Unser Taxifahrer ist überaus auskunftsfreudig und klärt uns in einem unverständlichen Kauderwelsch aus gebrochenem Englisch über alles auf was wir sehen. Oft laufen sie stundenlang erzählt er uns, nur um einmal in der Woche, an diesem speziellen Tag, ihrem Gott Ganesha die Ehre zu erweisen. Dazu lacht er in den Rückspiegel, und beendet jede seiner Ausführungen mit einem munteren Kopfwackeln gepaart mit dem obligatorischen „No Problem“ – was wie wir noch feststellen werden weder Frage noch Aussage ist, und vor allem keinerlei Hinweis darauf, dass wirklich kein Problem besteht. Marta jedoch ist sofort fasziniert und nimmt sich vor, bis zum Ende der Reise eine perfekte „Kopfwacklerin“ zu werden. Nach einer Stunde Fahrt taucht majestätisch unser Hotel vor uns auf, das Taj Mahal Palace. Ein Wahrzeichen und Symbol Indiens. Wir sind sprachlos. Es ist fast vier Uhr in der früh als wir unsere Suite im 6.Stock dieses Palastes betreten. Aber für ein Freudentänzchen reicht die Energie noch – dann fallen wir müde in die butterweichen Kissen.

nova

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