9-11

Es gibt Tage in unseren Leben, die brennen sich so unwiderruflich in unser Gedächtnis ein, dass wir noch Jahre später genau sagen können wie wir diese Tage verbracht haben, was wir an ihnen erlebt, gefühlt und gedacht haben. Mit Glück, sind diese besonderen Tage die eigene Hochzeit oder die Geburt eines Kindes …vor 5 Jahren war es der 11.September.

Heute, am 11. September 2006 sind meine Gefühle und Gedanken dieses unvergessenen Tages noch so lebhaft und präsent, als wären nur wenige Minuten seit dem schrecklichen Attentat vergangen. Unterstützt durch die bildliche Aufarbeitung der Medien, die auf allen Kanälen seit einigen Tagen kein anderes Thema haben, wühlen sie sich wieder an die Oberfläche…Gefühle, Bilder, Gedanken, Momentaufnahmen..

Am 11.9.2001 um die Mittagszeit saß ich vor einem riesen Berg Wäsche in meinem Wohnzimmer und versuchte meinen Koffer für den nächsten Tag reisefertig zu bekommen – die Formel 1 in Monza stand an. Ich weiß noch genau, dass ich mich tierisch ärgerte weil mein Wohnviertel einen temporären Stromausfall hatte und ich auf Radio und Fernsehen verzichten musste. Ich versuchte ein paar Telefonate mit meiner Redaktion zu führen, doch niemand ging ans Telefon…alle schienen ausgeflogen. Ich wendete mich gerade wieder meinem Chaos zu als plötzlich der Strom wiederkehrte und mit ihm die Realität in mein Wohnzimmer brach. Es dauerte einige Minuten bis ich realisierte, dass das kein Katastrophenfilm war der – aus für mich unverständlichem Grund – auf allen Sendern gleichzeitig lief. Und noch während ich versuchte zu begreifen WAS ich da sah, flog das zweite Flugzeug live vor meinen und den Augen der Welt in den zweiten Turm.

Ich erinnere mich, dass ich über Stunden stumm vor meinem Fernseher saß… unfähig zu sprechen, zu denken oder aber auch mich abzuwenden. Ich erinnere mich, dass was ich sah weit über meinen Verstand und das für mich Ertragbare hinaus ging und dass ich zitternd und mit Tränen in den Augen nicht fähig war auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.

New York ist meine Lieblingsstadt schlechthin. Zu keiner anderen Stadt weltweit habe ich je eine vergleichbare Liebesbeziehung aufgebaut wie zu dieser Metropole. Unzählige Drehs, eine große Liebe und viele Freunde haben über die Jahre dazu geführt, dass ich mich NY verbundener fühle als Köln oder sonst einer Stadt in Deutschland. Ich kenne jede Ecke, jede Strasse, die kleinen Ecken und Flecken die man nur als Einheimischer wahrnimmt…

Es wurde schon dunkel als ich zum Telefon griff und anfing Nummern zu wählen…zahllose Handynummern von Freunden und lieb gewonnenen Menschen in NY.. es hat qualvolle Tage gedauert bis ich alle erreichen konnte.

Am nächsten Morgen ging es nach Mailand. Nie habe ich ein Flugzeug mit mehr Angst betreten, nie hat man dieses selbe Gefühl in den Augen so vieler anderer rechts und links neben sich sehen können. Das Hotel konnten wir nicht beziehen – viele amerikanische Gäste konnten nicht abreisen – saßen fest. Und da an „lustige Lifestyle-Mode-Drehs“ nicht zu denken war fuhr ich zu meinem lieben Freund Eddie Irvine. Zu acht oder neunt saßen wir vor einer Beamer Leinwand und starrten auf die entsetzlichen Bilder..fast 2 Tage lang.. ohne ein Wort. Bernie Ecclestone wurde angesichts der Tragödie gebeten, das Rennen abzusagen.. seine Antwort lautete „Das ist die Welt, und wir sind die Formel 1 – und wir werden fahren!“

Die Welt ist seitdem nicht dieselbe. Flugzeuge werden mit einem anderen Bauchgefühl betreten, NY beim durchwandern der Gassen mit anderen Augen gesehen. Die Angst ist allgegenwärtig und die größte von allen ist wahrscheinlich, dass der 11.9.2001 gezeigt hat, dass niemand nirgends zu 100% sicher ist. Terror ist in den Köpfen der Menschen präsenter denn je und während viele Ereignisse auf dieser Welt Nationen eher teilen, so haben alle Menschen dieser Welt 9/11 gemeinsam.

Mit den Gedanken bei allen Opfern von 9/11..

...wem gefällt was er liest, darf gerne teilen 🙂 - Danke!Print this page
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